Wirtschaft und Menschenrechte: Welche Verantwortung haben deutsche Unternehmen?

Vortrag und Diskussion mit der südafrikanischen Anwältin Akhona Mehlo

Die globalisierte Wirtschaft ist vernetzt wie nie zuvor. Viele Unternehmen sind weltweit tätig: direkt oder indirekt über ausgelagerte Produktionsstandorte, beim Einkauf von Rohstoffen oder Produkten, aber auch durch Investitionen und anderen Beteiligungen. Damit haben sie Einfluss auf die Arbeits- und Lebensbedingungen von Menschen, die in ihren Lieferketten arbeiten. Besonders im Globalen Süden kommt es immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen – auch bei Produkten „Made in Germany“.

Akhona Mehlo ist Anwältin für Wirtschaft und Menschenrechte am Centre for Applied Legal Studies (CALS) in Johannesburg. Zuvor war sie in der Kanzlei des Legal Resources Centre (LRC) tätig, wo sie sich u.a. mit Transparenz und Verantwortlichkeit von Regierungen und Unternehmen beschäftigte. In ihrem Vortrag wird sie am Beispiel von Rohstoffen (z.B. Platin) aus Südafrika das Thema globale Lieferketten niedersächsischer Unternehmen und dessen Verantwortung, sowie die Notwendigkeit von politischen Regulierungen diskutieren. Die Automobilindustrie in Niedersachsen importiert Platin aus Südafrika für die Herstellung von Autokatalysatoren.

Als weitere Gesprächspartnerin ist Maren Leifker von Brot für die Welt zu Gast. Maren Leifker ist Referentin für Menschenrechte und arbeitet zur menschenrechtlichen Verantwortung von Unternehmen. Sie ist Mitautorin der Studie "Edles Metall - Unwürdiger Abbau: Platin aus Südafrika und die Verantwortung deutscher Unternehmen".

Eine Veranstaltung vom Entwicklungspolitischen Informationszentrum (EPIZ) Göttingen und dem Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen (VEN) e.V. Die Begegnungsreise wird organisiert im Rahmen des VEN-Projektes "Mehr.Wert! - Menschenrechte in globalen Lieferketten".

Weitere Informationen zur Begegnungsreise mit Akhona Mehlo finden Sie hier.

Wann? Freitag, 18.01.2019, 19:00 Uhr

Wo? Gesellschaft für bedrohte Völker, Geiststraße 7, Göttingen

Fluchtursachenbekämpfung in der Kritik - Diskurse, Politiken, Handlungsoptionen

Podiumsdiskussion mit Emmanuel Mbolela (Afrique-Europe-Interact), Francisco Marí (Brot für die Welt), Anne Jung (medico international), Dr. Roland Drubig (ifak), Moderation: Prof. Dr. Sabine Hess (CeMig)

Die Bekämpfung von Fluchtursachen ist zu einem migrationspolitischen Leitmotiv geworden. Auf dem Podium nehmen PraktikerInnen und AktivistInnen mit und ohne Migrations-/ Fluchtbiographie die Diskurse und Maßnahmen hinter der politischen Debatte kritisch in den Blick und thematisieren die komplexen Zusammenhänge, die im Bundestag oder in den Talkshows nur selten zur Sprache kommen. Ausgehend von den vielfältigen und miteinander verschränkten Gründen, weshalb Menschen besonders in Afrika für sich nach einer Lebensperspektive außerhalb des Kontinents suchen, beleuchten sie die Rahmen-bedingungen und politischen Verantwortlichkeiten von Flucht und Migration. Statt Fluchtursachen in lokal und nationalstaatlich zu bekämpfenden Umständen auszumachen, widmet sich die Diskussion den globalen Machtverhältnissen und EU-Wirtschaftsstrukturen und zeigt alternative Handlungsoptionen auf, die Ursachen, warum Menschen ihre Herkunftsregionen verlassen müssen, zu minimieren.

Wann? Donnerstag, 24.01.2019 um 19:00 Uhr

Wo? Universität Göttingen, Platz der Göttinger Sieben, Verfügungsgebäude, VG 4.102

Eine Veranstaltung des Zentrums für Globale Migrationsstudien (CeMig), Institut für Kulturanthropologie / Europäische Ethnologie, Heinrich-Düker-Weg 14, Göttingen, jelka.guenther@uni-goettingen.de

Eine-Welt Promotor*in für Öffentlichkeitsarbeit und Internationales gesucht

Der VEN sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/n Eine Welt-Promotor*in für Öffentlichkeitsarbeit und Internationales
(mindestens 75%) für die Geschäftsstelle in Hannover. Die Stelle soll die entwicklungspolitische Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes und seiner Mitglieder stärken und unterschiedliche Akteure motivieren, zur Umsetzung der SDGs in Niedersachsen
beizutragen. Dabei arbeitet sie eng mit den anderen Eine Welt-Promotor*innen in Niedersachsen, Projektmitarbeiter*innen in der VEN-Geschäftsstelle sowie Mitgliedern des Verbandes zusammen.

Ausführliche Informationen stehen hier. Bewerbungsschluss: 1. Februar 2019

get the kick 4 fair

Ein buntes Jahr mit vielfältigen Aktionen, Workshops, Bildungsveranstaltungen und tollen Kooperationen neigt sich dem Ende zu….

Krönenden Abschluss bildete das „get the kick 4 fair“- Turnier am Donnerstag, den 20. Dezember. Es wurde mit Futsalbällen aus Fairem Handel (von Bad Boyz Ballfabrik) gekickt und die ersten nagelneuen fairen Bälle der „Fairtrade-Region-Göttingen“ wurden von Christel Wemheuer, Erste Kreisrätin, und Joachim Berchtold, Koordination kommunaler Entwicklungspolitik für Stadt und Landkreis Göttingen, der Schule übergeben. Schüler*innen luden zu einem vielfältigen Mitmach-Angebot rund um Kinderspiele und Kinderrechte ein, um auf Fairen Handel im Sport aufmerksam zu machen: Die Bezahlung von existenzsichernden Löhnen für die Arbeiter*innen in den Produktionsländern kann dazu beitragen, ausbeuterischer Kinderarbeit ein Ende zu setzen. Außerdem waren erstmalig die vier neuen FAIR CUT Film-Spots, entstanden im Projekt „FIT FOR FAIR-Fairer Handel trifft Sport“ an der Göttinger Jugendherberge in Kooperation mit der Gespa e.V., zu sehen. Neugierig? Von diesen Filmspots ist schon einer auf youtube zu sehen: YouTube.

FIT FOR FAIR AN JUGENDHERBERGEN

Im November fand erstmalig ein Lerncamp an der Jugendherberge Göttingen zum Thema „Fairer Handel trifft Sport“ statt: Beim FAIR CUT Film-Workshop verarbeiteten vier Filmcrews, bestehend aus Schüler*innen der BBS 1 Arnoldi-Schule, ihr Wissen zum Thema in eigenen Storyboards und setzten selbige filmisch um. Inhaltlich und medienpädagogisch wurden sie betreut von Mitarbeiter*innen des EPIZ im Projekt FIT FOR FAIR und von der Gespa e.V.

Dass FIT FOR FAIR bzw. der FAIR CUT Film-Workshop auch ein gutes Format für eine Klassenfahrt an einer Jugendherberge darstellt, war u. A. Thema bei der gemeinsamen Tagung der SportI- bzw. Fit DraufIJugendherbergen am 5.12. in Haltern am See unter der Leitung von Bernd Lampe. 

Film-Workshop FAIR CUT als Klassenfahrt

Sie sind Lehrer*in, fahren auf Klassenfahrt und sind auf der Suche nach einem ganz besonderen thematischen Schwerpunkt für Ihre Lieblingsklasse? An Jugendherbergen in der Region Göttingen kann nächstes Jahr ein FAIR CUT-Film-Workshop gebucht werden, gefördert aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes durch Brot für die Welt - Evangelischer Entwicklungsdienst, von Engagement Global gGmbH im Auftrag des BMZ und von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung!

Interesse? Fragen Sie uns!

Neuanschaffungen der Ifak-Bibliothek

 

Einige spannende Bücher zu aktuellen politischen Themen sind in unserer Bibliothek eingetroffen und können ab sofort bei uns ausgeliehen werden. Hier gehts zur Übersicht

Welcome to Sodom - dein Smartphone ist schon hier

Der Dokumentarfilm „Welcome to Sodom“ lässt die Zuschauer hinter die Kulissen der Müllhalde Agbogbloshie in Accra blicken und portraitiert die Verlierer der digitalen Revolution. Dabei stehen nicht die Mechanismen des illegalen Elektroschrotthandels im Vordergrund, sondern die Lebensumstände und Schicksale von Menschen, die am untersten Ende der globalen Wertschöpfungskette stehen. Der Film begleitet die Menschen in ihrem Alltag, zeigt ihre schwere Arbeit, ihre unwürdigen Lebensbedingungen und ihre Träume. Der Film wurde am 19.11. im Kino Lumière gezeigt.

Dr. Otmar Deubzer, Senior Advisor für Nachhaltige Kreislaufwirtschaft an der United Nations University, berichtete im Anschluss über die Situation in Ghana und stellte heraus, dass der informelle Sektor sehr kleinteilig in der Verarbeitung und gesundheitsschädigenden Vernichtung von Elektroschrott (Computer, Monitore, Groß- und Kleingeräte) ist. Genaue Zahlen über den Anteil Schrott aus europäischer Herkunft sind nicht bekannt, werden aber auf 20 bis 50% geschätzt. Der Export nicht-funktionsfähiger Elektroware aus Deutschland ist eigentlich verboten, lässt sich aber in Gänze nur schwer kontrollieren.
Gründer des Göttinger Reparaturcafés stellten anschließend Wege vor, wie Elektroschrott vermieden werden kann, z.B. durch die Reparatur von Elektrogeräten. Sie appellierten an die Zuschauer*innen, beim Kauf von Elektrogeräten auf deren Reparaturtauglichkeit zu achten. Die Initiative, Elektrogeräte mit einem Symbol auszustatten, dass ihre Reparaturtauglichkeit anzeigt, sind vorerst gescheitert.

Die Offene Gesellschaft: Wie können wir unsere Demokratie zukunftsfähig gestalten?

Am 08.11. diskutierten im Deutschen Theater 250 Besucher*innen über die Zukunftsfähigkeit unserer Demokratie. Der renommierte Politikwissenschaftler Prof. Dr. Claus Leggewie sprach über das Legitimationsdefizit unserer Demokratie und die fehlende Zukunftsorientierung der derzeitigen Politik. Mit der Idee der Etablierung von Zukunftsräten zeigte er eine Möglichkeit auf, die Bevölkerung stärker zu beteiligen, zukünftigen Generationen eine Stimme zu verleihen und die Demokratie zu demokratisieren. Im Anschluss diskutierten wir mit dem Publikum in drei Foren zu den Themen: "Zukunftsrat – ein Modell für Göttingen?" (u.a. Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler), "Parteiendemokratie – ein überholtes Modell?" (u.a. Dr. Matthias Micus, Institut für Demokratieforschung) und "Politikverdrossenheit – was dagegen tun?" (u.a. Lothar Hanisch, DGB)

Hier finden Sie den Beitrag des GT und hier den Beitrag des Stadtradios.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Promotor*innen-Programms des EPIZ, des Deutschen Theater, des VEN, des Instituts für Demokratieforschung und der Offenen Gesellschaft.

südnordfunk des iz3w - jetzt auch bei uns!

südnordfunk

Der südnordfunk des Freiburger Informationszentrums 3. Welt (iz3w) ist bereits seit 2014 on air und produziert monatlich entwicklungspolitische Radiobeiträge.

Wir verlinken hier gerne auf diese Sendungen! Sie sind dort auch als Downloads verfügbar.

# 56 sünordfunk Raus aus dem Knast Istanbuler Frauengefängnis Bakırköy

# 55 südnordfunk Mexiko: Karawane für grenzenlose Migration

# 54 südnordfunk Gedenken an das Massaker in Tlatelolco / Außerdem: Filmkunst aus Kamerun

# 53 südnordfunk Ehemalige und Aktive erzählen über das Arbeiten im Kollektiv, über die Redaktionssitzungen der Zeitschrift, über die Relevanz der Inhalte und warum sie die iz3w zeitweise oder längerfistig mitgestaltet haben. Außerdem: Eddy Munyaneza über seinen Film "Uncertain Future" und die Medienrepression in Burundi

Die Sendungen wurden in redaktioneller Verantwortung des iz3w erstellt.

12. göttinger+northeimer Filmklappe: 2. Preis!

Wir freuen uns sehr, dass der diesjährig eingereichte und nominierte Film 4 aus der FAIR CUT-Film-Workshopreihe  "Nähmaschine - Jeder kann was ändern", nach dem Storyboard und filmisch umgesetzt von Schüler*innen der BBS 1 Arnoldi-Schule, am Samstag, den 27.10.18, in der Neuen Schauburg in Northeim den 2. Preis gewonnen hat!

Herzlichen Glückwunsch und nochmal danke für die tolle medienpädagogische Begleitung von Lena und Olli (gespa e.V.).

Zudem geht es im Projekt FIT FOR FAIR-FAIRER HANDEL TRIFFT SPORT weiter mit der "Produktion" der FAIR CUT-Filme: Vom 6.-9.11.18 findet an der Jugendherberge Göttingen unser vierter Film-Workshop erstmalig in Form eines Lerncamps statt!

Warum profitiert Afrika nicht vom Freihandel?

Freihandel führt in der Theorie zu weltweitem Wohlstand. Aus diesem Grund werden durch die World Trade Organization (WTO) und verschiedene Freihandelsabkommen vermehrt Handelshemmnisse abgebaut. Doch warum profitiert Afrika nicht vom freien Handel? Und kann eine zeitlich begrenzte Abschottung der Wirtschaft afrikanischen Ländern helfen?

Dieser Erklärfilm entstand im Rahmen des Freiwilligen Ökologischen Jahres von David Hennemuth:

Warum profitiert Afrika nicht vom Freihandel?

Ottmar von Holtz, MdB, zu Besuch im EPIZ

Am 20.06. war Ottmar von Holtz, MdB, Bündnis 90/Die Grünen, in Begleitung einiger regionaler Grünen-Politiker*innen bei uns im EPIZ und hat sich über unsere Arbeit informiert und mit uns die Herausforderungen entwicklungspolitischer Inlandsarbeit diskutiert.

Eines der vielen Themen war die Finanzierung unserer Programme und Projekte. So rief er im Anschluss auf facebook dazu auf: „Bitte unterschätzt nicht die Entwicklungspolitische Inlandsarbeit und Bildungsarbeit! An die SPD Niedersachsen: Kürzt nicht beim Promotor*innenprogramm! Die #Promotoren und Promotorinnen leisten eine enorm wichtige Arbeit. So, wie zahlreiche Initiativen mit ihren partnerschaftlichen Projekten in sog. Entwicklungsländern – welche ich heute auf dem Besuch in Göttingen beim EPIZ sehen konnte.“

Lesung & Ausstellungseröffnung Kinder- und Menschenrechte

Trotz besten Badewetters und des Beginns der Fußball-WM fanden sich am vergangenen Donnerstag circa 30 Leute zur Ausstellungseröffnung des Jugendprojekts “Eine Bühne für eure Rechte”  in der Stadtbibliothek ein.

Die Besucher*innen erwartete neben den Ausstellungsplakaten ein kurzes Video und Berichte von Jugendlichen, die die Plakate erstellt hatten. Im Anschluss gab es eine Lesung des neusten Jugendromans "Morgenland" der Autorin und Regisseurin Luise Rist vom boat people projekt.

Auch das Göttinger Tageblatt war da, um über unsere Veranstaltung zu berichten.

Mehr Infos zum Gesamtprojekt

Faire Mode in der Göttinger City

Zur Fairen Woche 2017 erschien unser Flyer "Leute machen Kleider!".

Dieser informiert über faire Mode und die verschiedenen Siegel und zeigt, in welchen Geschäften der Göttinger Innenstadt faire Kleidung geführt wird.